Scout24 will Aktien für Milliarden zurückkaufen – Aktie hebt vorbörslich ab – finanzen.net

Die Folgen der Pandemie seien zum jetzigen Zeitpunkt aber noch nicht absehbar, teilte das im MDAX notierte Unternehmen am Donnerstag in München bei der Vorlage endgültiger Jahreszahlen mit. Es gebe jedoch bereits Belastungen bei vielen Geschäftspartnern. Bereits am Mittwochabend hatte Scout24 seine Jahresprognose wegen der hohen Unsicherheiten infolge der Viruskrise gestrichen. Die zuvor erwartete Umsatzsteigerung von 6 bis 8 Prozent sei nicht mehr erreichbar, hieß es.

Trotz der Pandemie sollen die Scout24-Aktionäre eine Dividende von 90 Cent je Anteilsschein erhalten und damit 26 Cent mehr als im Vorjahr. Schon am Mittwochabend hatte der Konzern mitgeteilt, seine Anteilseigner mit umfangreichen Aktienrückkäufen bei der Stange halten zu wollen. Insgesamt will Scout24 Papiere im Wert von rund 1,7 Milliarden Euro zurückkaufen. Finanzieren will das Management dies durch den Verkauf von Autoscout24, den der Konzern in der ersten Jahreshälfte abschließen will.

Laut Händlern kommt der Aktienrückkauf nicht unerwartet, sie werten ihn aber als „starken Zug“, der den Aktienkurs in den nächsten zwölf Monaten stützen sollte. Scout24 sei in den gegenwärtigen Turbulenzen „eine gute Aktie, um Barmittel zu parken“, so ein Börsianer.

Im vergangenen Jahr hatte Scout24 von guten Geschäften mit seinem Portal Immobilienscout24 profitiert. Sowohl Umsatz als auch operatives Ergebnis legten klar zu. Während die Erlöse im fortgeführten Geschäft um rund zehn Prozent auf 349,7 Millionen Euro zulegten, stieg das Ergebnis vor Zinsen Steuern und Abschreibungen (Ebitda) aus gewöhnlicher Geschäftstätigkeit um rund elf Prozent auf 209,3 Millionen Euro. Die entsprechende Ebitda-Marge legte leicht um 0,6 Prozentpunkte auf 59,9 Prozent zu.

Mit Blick auf mögliche Folgen der Corona-Krise sieht die Konzernführung Scout24 in einer stabilen finanziellen Lage. Scout könne sich auf ein solides Geschäftsmodell stützen, sagte Unternehmenschef Tobias Hartmann laut Mitteilung.

Als Betreiber von Portalen für Immobilien, Auto und Finanzen war Scout24 im vergangenen Jahr mehrfach in den Mittelpunkt des Interesses geraten. Gleich mehrere Finanzinvestoren hatten das Unternehmen ins Visier genommen. So versuchte Hellman & Friedman zunächst zusammen mit Blackstone Scout24 zu übernehmen. Das Vorhaben scheiterte jedoch – im ersten Anlauf noch am Widerstand von Scout24, beim zweiten Versuch an der Widerspenstigkeit der übrigen Aktionäre. Hellman & Friedman hatte das Unternehmen erst selbst wenige Jahre zuvor an die Börse gebracht.

Zum Jahresende entschied sich Scout24 dann aber, seine Portale AutoScout24 und Finanzcheck für 2,9 Milliarden Euro an den Finanzinvestor zu verkaufen. Künftig soll der Fokus des Unternehmens auf dem Wachstum von ImmobilienScout24 liegen.

So reagiert die Scout24-Aktie

Während die Scout24-Aktien im nachbörslichen Handel am Mittwoch und im vorbörslichen Tradegate-Handel am Donnerstag zunächst deutlich anzogen, verliert die Aktie im XETRA-Handel inzwischen 1,15 Prozent auf 51,70 Euro.

Laut Händlern kommt der Schritt nicht unerwartet, sie werten ihn aber als als „starken Zug“, der die Aktie für die nächsten 12 Monate unterstützen sollte. Scout24 sei in den gegenwärtigen Turbulenzen „eine gute Aktie, um Barmittel zu parken“, so ein Börsianer.

MÜNCHEN (dpa-AFX)

Bildquellen: Scout

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